1943 war Joseph SPRING auf der Flucht. Ihm gelang es, über die französische Grenze in die Schweiz zu gelangen. Kaum auf rettendem Boden angekommen, wurde er als jüdischer Flüchtling – 16jährig – wieder „ausgeschafft“ und direkt den deutschen Besatzungsbehörden in Frankreich übergeben. Im Gegensatz zu seinen Verwandten überlebte SPRING die Zwangsarbeit in Ausschwitz, dann den Todesmarsch von dort nach Gleiwitz und zuletzt den mörderischen Dienst im Bergstollen Dora Mittelbau, wo bis zuletzt am Bau der V-Rakete gebaut worden war – dem 18jährigen (1945) gelang es, nachdem auch dieses unterirdische „KZ“ vor den anrollenden Panzern geräumt wurde, zu fliehen und sich die letzten Tage erfolgreich zu verstecken.
Stefan KELLER schreibt derzeit ein Buch darüber. Entstanden ist diese Geschichte sozusagen als Nachfolgegeschichte zum GRÜNINGER-Fall: SPRING, der heute in Australien lebt, hatte die GRÜNINGER-Story mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und sich daraufhin beim Rechtsanwalt gemeldet, der als Folge der GRÜNINGER-Berichterstattung die Rehabilitation des entlassenen und inzwischen verstorbenen Polizisten verfocht, gemeldet. Auf diesem Weg kam er auch in Kontakt zur WoZ und zum Journalisten Stefan KELLER. Auf der Homepage der WoZ
alle relevanten Geschichten aus der WoZ dazu („Die WoZ-Berichterstattung“) sowie
alle amtlichen Dokumente und offiziellen Schriftwechsel („Die wichtigsten Dokumente zum Spring-Verfahren“)
abgelegt, die das Schicksal von Joseph SPRING und seinen erfolglosen Versuch, eine Wiedergutmachung zu erlangen, dokumentieren.
Wir präsentieren hier mit freundlicher Genehmigung seitens der WoZ und Stefan KELLER eine Kurzfassung dieser Geschichte (WoZ v. 25.6.1998) als pdf-file (4 Seiten, 82 KB): Der Fall Joseph SPRING